Oder: Warum Peter, 43, nur so alt ist wie er sich fühlt

Jedes Unternehmen richtet seine Marketingstrategie nach seinen Kunden (oder denen, die es werden sollen) aus. Zu anfangs einer Strategieentwicklung sollte also immer die Frage „Wer ist unsere Zielgruppe?“ stehen. Dabei ist zu beobachten, dass der Trend weg von einer klassischen Personadefinition geht.

Wer kennt ihn nicht? Peter, 43, Senior Accountant in einem  Automobilkonzern, Vater von zwei Kindern, in seiner Freizeit grillt er an seinem Marken-Kugelgrill und sieht gerne Fußball. Also der perfekte Durchschnittskunde für die Zielgruppendefinition vieler Unternehmen, aus den allermeisten Branchen.

Doch würde man unseren fiktiven Peter fragen, wäre er sicher nicht mit dieser allgemeinen Schublade, in die er gesteckt wird, einverstanden. Immerhin ist er nicht wie „all die anderen“ in seinem Alter. Peter ist Hobbyimker nach der Arbeit, außerdem hat er ein Sockenabo, weil er es praktisch findet, zwei Mal im Jahr fünf Paar seiner schwarzen Lieblingssocken ganz automatisch zugeschickt zu bekommen. Was die meisten auch nicht wissen: Peter hat kein Auto. Er geht zu Fuß oder fährt mit dem Bus – aus ökologischer Überzeugung.

Speziell im Bereich Social Media Marketing ist individuelles Marketing für individuelle Kunden ein großer Erfolgsfaktor. Im Vergleich zu herkömmlichen Werbekampagnen, beispielsweise einer Fernsehwerbung, auf die der Konsument keinen Einfluss hat, ist Social Media Marketing viel mehr consumergesteuert und individualisierbar. Und dabei funktioniert es eben immer weniger Zielgruppen mit starrer Altersrange und durchschnittlichen Standards zu definieren. Vielmehr muss man sich nach bestimmten Lebensstilen, Werten, Servicegedanken und emotionalen Abhängigkeiten fragen. Eine individuelle Kommunikation ist dabei genauso wichtig, wie die gewählten Kanäle, auf denen man seine Kunden erreicht.

Wer sich von Wettbewerbern abgrenzen und erreichen will, dass sich inmitten der ganzen Informationsflut jemand angesprochen fühlt, der sollte es sich zum Ziel machen, mit seinen Marketingmaßnahmen ein Gefühl, eine Emotion auszulösen oder eine Situation zu schaffen, mit der sich sein Kunde identifizieren kann. Gewinnen Sie seine volle Aufmerksamkeit, generieren Sie einen Fan. Denn was macht ein Fan? Er informiert sich weiter, er checkt Ihre Social Media Kanäle, scrollt, liked, kommentiert und teilt seine neugewonnenen Eindrücke bestenfalls mit Gleichgesinnten.

Und von ganz allein vergrößert sich Ihre Fangemeinde, Ihre (potenziellen) Kunden werden mehr, und die sind bei genauem Betrachten in keine konkrete Schublade zu stecken. Das muss man auch gar nicht, denn Peter ist eben genau so alt wie er sich fühlt. Fragen Sie sich welche Werte Peter vertritt, was ihn emotional berührt und wie Sie ihn kommunikativ am besten erreichen – und richten Sie Ihre Marketingstrategie danach aus.